18.04.2001: Telefonat mit dem Kirchenmusiker Thomas Klee
Herr Klee, der aus Wirschweiler stammt und inzwischen Kirchenmusiker ist konnte sich an die Orgel erinnern. Er berichtete mir von einer Art Kegellade die etwa 1,5 Meter lang gewesen sein soll. Weiterhin sind ihm noch Eisenzüge oder -gestänge in Erinnerung. Auch an sehr dunkles Holz und Leder kann er sich erinnern.
27.01.2001: Zeitungsartikel, Kirner Zeitung
original Zeitungsartikel mit Bild (175 KB)
Michèl Przibilla aus Meckenbach begann vor fünf Jahren mit dem Unterricht bei Kirchenmusikerin Mechthild Meyer
Wer weiß etwas über Verbleib der Orgel des Urgroßvaters?
Schreinermeister Paul Slabon baute das Instrument in Oberschlesien
Meckenbach.
Nicht viele junge Leute in seinem Alter haben den Schlüssel zur Empore eines
Gotteshauses. Michèl Przibilla schon. Der 21- Jährige aus Meckenbach zählt
das Orgelspielen zu seinen liebsten Hobbies und hat in der evangelischen Kirche
Kirn die Möglichkeit, seine Leidenschaft zu frönen. Seit fünf Jahren nimmt
der gelernte Biologie- Laborant – er absolvierte seine Ausbildung bei
Boehringer in Ingelheim – Unterricht bei Kirchenmusikerin Mechthild Meyer.
Ab und an greift Michèl Przibilla
inzwischen auch bei Gottesdiensten in die Tasten. Auf den Geschmack brachte ihn
damals Pfarrer Michael Zeh, der das Talent des jungen Mannes erkannte und fördern
wollte. Er ließ ihn auf der historischen Stummorgel im Meckenbacher Gotteshaus
spielen. Ein Wunsch von Michèl, der gerade seinen Zivildienst beim DRK in Idar-
Oberstein ableistet, ging allerdings noch nicht in Erfüllung: „Mein Wusch ist
es, einmal auf dem Instrument zu spielen, das mein Urgroßvater konstruiert
hat.“ Durch seinen Vater habe er erfahren, dass schon einmal jemand in seiner
Familie sehr gerne Orgel gespielt und sogar ein solches Instrument gebaut habe.
„Dieser Jemand war mein Urgroßvater Paul Slabon“, sagt Michèl Przibilla.
Der Schreinermeister Paul Slabon hat in Gleiwitz (Oberschlesien) eine Hausorgel
entworfen und gebaut. „Ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach diesem
Instrument. Leider weiß ich nicht viel über das Werk meines Uropas.“
Bei seinen Nachforschungen erfuhr er, dass Gertrud Slabon die Orgel bei ihrer Übersiedlung
von Polen nach Deutschland mitgebracht habe, da sie die Orgel nicht in der
Heimat zurücklassen wollte. „Das Instrument meines Urgroßvaters lag dann in
Einzelteilen zerlegt im Pfarrhaus von Wirschweiler im Hunsrück.“ Die Orgel
habe wahrscheinlich sechs oder sieben Register, der Wind werde mit dem Fußwerk
erzeugt. In einem Holzregister fehlen zwei Pfeifen. „Diese hat mein Vater kurz
bevor meine Großtante Rosa Slabon die Orgel 1987 verschenkt oder verkauft hat,
als Erinnerungsstücke mitgenommen.“
Im Laufe seiner Suche stieß Michèl Przibilla auf den Orgelbauer Gustav
Cartellieri aus Wittlich. „Er konnte sich noch gut an dieses, wie er es
beschrieb, außergewöhnlich konstruierte Instrument erinnern. Er schilderte
mir, dass die Orgel eine mechanische Taschenlade besaß. Eine solche Lade hatte
Herr Cartellieri noch nie gesehen. Zudem soll die Konstruktion nicht in der
Literatur beschrieben sein. Die Ventile waren eine eigenwillige Erfindung mit
kleinen Federn.“ Daran könne man erkenne, dass die Orgel von jemanden
konstruiert wurde, der dies als Hobby betrieb.
Michèl Przibilla fragt nun: „Wer kennt diese Orgel? Wer kann mir sagen, wo
sie sich heute befindet?“ Wer dem 21- jährigen Orgelliebhaber aus Meckenbach
weiterhelfen möchte, kann ihn unter der E- Mail- Adresse Orgel@Przibilla.de
erreichen.(sch)